Wissenswertes lustig aufbereitet

Die Eule, als antike Begleiterin der Göttin der Weisheit Athene, errang sich den Ruf weise und klug zu sein. Oft sitzt sie auf Büchern oder trägt den Doktorhut. Sogar auf meinem Bücherregal ist sie zu finden (Siehe Titelbild, Quelle Amazon). In Indien hingegen gilt sie als dumm. Wird jemand Eule genannt dann meint man damit, dass er ein Idiot ist (Wikipedia).

Die älteste Darstellung des Tieres ist vermutlich die Schnee-Eule in der Grotte von Chauvet. Aber sie ist beileibe nicht die einzige geblieben. Zahlreiche bildende Künstler haben sie im Laufe der Jahrhunderte verewigt. Unvergessen ist sie als Symbol der Weisheit im wunderbaren Kinderbuch „Pu der Bär“.

Das nachtaktive Tier mit großen, hellen Augen schließt dieselben tagsüber häufig schlitzartig, um von anderen (feindlichen) Vögeln nicht entdeckt zu werden. Das gibt dem Vogel den Nimbus des Geheimnisvollen und Rätselhaften. Ich finde allerdings, sie haben dadurch auch etwas Kokettes und berufe mich dabei auf ein Video, das ich bei You Tube fand:

Interessant sind auch die verschiedenen anderen Bedeutungen im deutschen Sprachgebrauch. Nachgeschlagen bei Duden finden sich folgende Synonyme:

  • unattraktive weibliche Person
  • Handfeger, Staubwedel
  • Nachtfalter (Eulenfalter)
  • Polizist auf Nachtstreife; Nachtwächter

Die Bandbreite reicht also von hässlich über reinigend bis hin zu wachsam.

Der Uhu ist das größte Exemplar der Gattung Eule und verdankt seinen Namen wohl den merkwürdigen, gutturalen Rufen, die er während der Paarungszeit ausstößt, um die Weibchen zu beeindrucken. Hoffmann von Fallersleben war so von der Eule/dem Uhu beeindruckt, dass er sie mehrfach in seinem wunderbaren Lied von der Vogelhochzeit auftreten lässt:

Der Uhu, der Uhu,
  der bringt der Braut die Hochzeitsschuh’.
  Fiderallala, fiderallala, fiderallalalala
 …
  Brautmutter war die Eule,
  nahm Abschied mit Geheule.
  Fiderallala, fiderallala, fiderallalalala
 …
  Der Uhu, der Uhu
  der macht die Fensterläden zu
  Fiderallala, fiderallala, fiderallalalala.

Auch andere Dichter haben sich des Vogels bedient. Die Brüder Grimm widmeten ihr ein Märchen (s. hier). Das witzigste Eulengedicht ist allerdings jüngeren Datums und stammt von dem österreichischen Literaten Ernst Jandl, der mit der Sprache experimentierte und absurd kurze Reimzeilen zu Papier brachte:

bist eulen?
  ja
  bin eulen
  ja ja
  sehr eulen
 bist auch eulen?
  ja
  bin auch eulen
  sehr eulen
  ja ja
 will aber nicht mehr eulen sein
  bin schon zu lang eulen gewesen
  will auch nicht mehr eulen sein
  bin schon zu lang eulen gewesen
  ja
  mit dir da
  mit dir da auch
  bin nicht mehr eulen ja
  bin nicht mehr eulen auch
  ja ja
  ja ja auch
  doch wer einmal eulen war
  der wird eulen bleiben immer
  ja
  ja ja 

Auch in Gärten sind Eulen gerne anzutreffen – gleich neben dem Buddha und dem Gartenzwerg. Das hat vielleicht damit zu tun, dass sie gerne ein Sonnenbad nehmen? Und natürlich dürfen auch Bauernregeln nicht fehlen. Besonders lustig finde ich folgende:

Jault die Eule hoch im Baume, stört’s den Bauern nicht im Traume.

Wenn die Eule schaurig jammert, die Bäurin an den Bau’rn sich klammert.

Auch in punkto Aberglauben gibt es eine weite Bandbreite an Interpretationen. Vom Unglücksboten bis zum Glücksbringer ist wieder vieles möglich.

Alles in allem ist die Eule also ein hochinteressantes Tier, dem ich mit großer Freude einen Beitrag gewidmet habe.

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Titelbild: Frans Hals – Malle Babbe um 1634

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